Letzte Themen

Flagge zeigen!!

  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Valid XHTML 1.0!
  • Archiv

    Kategorien


    « | Aktuell | »

    Coppa 18 – aller guten Dinge sind elf

    Von Administrator | 27. 03. 2018

    IMG_6839[1]

    Man glaubt es kaum, aber im elften Anlauf hat es geklappt: der Gesamtsieg bei der Coppa d’Europa.

    Eigentlich hatte ich die Hoffnung am frühen Samstag Abend schon aufgegeben – aber dazu später mehr.

    VNGK2614

    Nach einem recht entspanntem Aufbau des Jensen Owners Club Stands auf der Technoclassica kam am Mittwochnachmittag Olli nach Essen, um mich dort einzusammeln und zum Startort nach Maastricht zu fahren. Wir kennen uns schon viele Jahre, sind aber noch keine einzige Rallye zusammen gefahren. Auch seine Geräte an Bord des Porsche waren mir als altem Sanduhrfahrer unbekannt. Also haben wir den Trip-Check und die Umgebung von Maastricht benutzt, um uns alle vier (Olli, Elektronik, 911 und ich) aufeinander einzugrooven. Als das sehr schnell problemlos paßte, sind wir ins Hotel gefahren, die gesamte Coppa-Prominenz mit den üblichen Verdächtigen war bereits da. Familientreffen.

    IMG_6724

    Los ging es am Donnerstag morgen um 8 Uhr zunächst ein Stückchen Richtung Süden nach Belgien durch den Naturpark zwischen Eupen, Malmedy und Monschau. Schnee auf den Straßen, Coppa-Feeling.

    Die erste Schnittprüfung lag gleich auf der ersten Karte im Zuge einer Grenzannäherung. Dort habe ich (wie ich erst später festgestellt habe) eine kleine Verbindungsstraße übersehen, so daß unser Weg etwa 3 Kilometer zu kurz war. Olli fährt perfekt Schnitt, und wir waren sicher, daß die erste Prüfung schonmal gut geklappt hat und fuhren nach dem Zeiteintrag entspannt weiter.

    IMG_6723

    Es gab in den 3 Tragen der Coppa insgesamt 13 solcher Gleichmäßigkeiten (immer in den Oristücken), das schlechteste Einzelresultat (max. 150 Punkte) wird am Ende gestrichen. Wie sich am Abend herausstellte, war also gleich die allererste Gleichmäßigkeit schon unser Streichresultat, wir hatten also für den Rest der Rallye keinen Schuß mehr frei. Ab jetzt mußten ALLE anderen 12 Prüfungen sitzen.

    BPEG0999

    Eine der Besonderheiten der Coppa ist, daß öfters mit alten Karten gefahren wird, in denen neue oder abgeänderte Straßenverläufe noch nicht eingezeichnet sind. Man muß aber, wo immer möglich, die auf der Karte eingezeichneten Straßen fahren. Und genau so ein Ding wartete ein paar Kilometer später im Foret de Gospinal hinter Jalhay auf uns. Eine mehrere Kilometer lange Gerade machte einen kleinen Schlenker nach links um einen Parkplatz herum, dann wieder nach rechts, beides auf der Karte nicht eingezeichnet. Wir sind dann geradeaus auf die bis dahin unversehrte Schneedecke des Parkplatzes gefahren und am Ende, kurz bevor es wieder auf die Straße ging, stand dann ein kleines „T“, das ich lässig in die Bordkarte eintragen konnte. Olli schaute mich etwas erstaunt an. „Das ist Coppa!“ war aber eine hinreichende Erklärung.

    IMG_6727IMG_6729

    Weiter ging es zum Nürburgring, Dorint an der Start- und Zielgeraden, Mittagspause in Nebel und Schnee. Dann ruft mich meine Schwester an und sagt, daß da so ein komischer Stempel direkt vor ihrem Büro in Kaisersesch steht, auf dem Weg über die Mosel.

    UCGP5114

    Zwei Kilometer vorher ist die Zeitkontrolle „St. Martin“, dem Namen nach kam dafür nur der Parkplatz direkt am gleichnamigen Kinderheim in Frage. Also machten wir ein kurzes Treffen aus, ich hatte sie seit Weihnachten nicht mehr gesehen und wir würden bestimmt ein paar Minuten Vorzeit haben. Auf dem Weg dahin ging es durch die Stätten der Kindheit, Boos, Münk, Ditscheid, an Nachtsheim und Anschau vorbei, Fensterseifen, Monreal.

    LSVD8486SCIJ9129

    Auf dem Parkplatz dann Zeit für einen Plausch, weiter über Kaisersesch (Stempel nicht vergessen), Dünfuß, an Wirfuß vorbei, bergab und in Treis-Karden über die Mosel. Es gibt tolle Ortsnamen in der Eifel.

    Weiter durch den Hunsrück, Bad Kreuznach, Donnersberg, über den Rhein bis zum Ziel des ersten Tages, Weinheim. Dort stand dann das coolste Auto der diesjährigen Coppa vor der Tür, SHY 3, ein Triumph TR2 von 1954, Ex-Werks-Rallye, seitdem nur gewartet, nie restauriert, soooo muß ein klassisches Rallyeauto aussehen. Die Crew, ein älteres englisches Paar, Janet White und Peter Pratt, haben am Ende auch völlig verdient den „Spirit of Coppa Award“ erhalten.

    IMG_6749IMG_6750

    Am Ende dieses Tages lagen wir mit 170 Punkten auf dem vierten Platz, nach Abzug des Streichresultats von 150 Punkten (soviel hatten die anderen alle nicht) waren wir mit nur 20 Punkten virtuell Erster. Es durfte nur keine vermurkste Gleichmäßigkeit mehr dazukommen.

    Freitag morgen durch den Tunnel in den Odenwald, wieder Schnee.

    IMG_6752

    Auch hier wieder die üblichen Aufgaben: ein paar Chinesen, Grenzannäherung, Punkte und Pfeile, Barrikaden. Wie immer am Morgen: gleich ein Fehler in der ersten komplexen Aufgabe, ich habe sie (wie die Meisten) etwas anders interpretiert als die Rallyeleitung, 50 Punkte waren die Folge. Verschmerzbar, da bis auf Eckardts alle anderen auch gesammelt haben – und die Beiden hatten bereits vor der ersten Gleichmäßigkeit (bis dahin absolut fehlerfrei!!) am Donnerstag Nachmittag ihren 944 in den Graben gesetzt und den Kühler gelöchert. Sie waren nur noch außer Konkurrenz im BMW unterwegs. „To finish first, you have to finish first.“ (Stirling Moss)

    FSRU3514QNIQ9466

    Der Rest bis zur Mittagspause in Rothenburg ob der Tauber (inklusive touristische Tour durch das historische Stadtzentrum – coole Idee, René) lief dann ganz gut. Nachmittags südlich von Nürnberg durchs Altmühltal nach Regensburg, inklusive des Abstechers nach Wassermungenau, Heimat von Norbert Henglein und Günter Röthel, die sich trotz aller Rallyeerfolge immer noch nicht an die Coppa trauen. Kommt Jungs, das wär doch mal was für Euch. Mit ZK direkt vor der Haustür.

    IWOF3161

    Coppa Super hatte zum Ende aber noch eine kleine Extrarunde über gute 20 Kilometer zu drehen, den Pfeil hätte ich fast übersehen, aber das sind die normalen Fallen.

    UHFJ5946

    Daß wir aber am Abend feststellen mußten, daß uns ein weiterer Buchstabe fehlte, war dann doch etwas erschreckend, denn wir waren die Strecke exakt gefahren. Ein „N“ einfach übersehen. Vielleicht beim Überholen? Egal, es war nicht da, also 100 Punkte plus 6 Sekunden aus den 4 Gleichmäßigkeiten. Dritter Platz mit 276 Punkten, abzüglich des Streichresultats also 126. Die Führenden mit Vorjahressieger Harry Ruppert hatten nach Abzug ihres Streichresultats von 37 Punkten insgesamt 130 Punkte, waren also nur 4 Punkte hinter uns.

    WIUV4056

    Auf dem zweiten Platz lagen zu diesem Zeitpunkt die Redels, Stefan war der festen Überzeugung, daß eine Abzweigung in der Grenzannäherung noch auf und nicht hinter der Linie lag und hat daher den erwarteten Stempel bewußt nicht auf die Karte gesetzt. Das Duell mit der Rallyeleitung hat er allerdings verloren und mußte 50 Punkte buchen.

    Peter und Stefan Redel sind übrigens die lässigsten Socken, die ich auf allen meiner Rallyes in den letzten 15 Jahren die Ehre hatte kennenzulernen.

    IMG_6762XBGI9013

    Samstagmorgen ging es dann ins Walter-Röhrl-Land, östlich von Regensburg unterhalb der Walhalla, dann quer durch die Pampa an Sankt Englmar vorbei Richtung Bodenmais.

    IMG_6780IMG_6781

    Unterhalb vom Arber Schnee, Langläufer und Alpine Richtung Bodenmais.

    IMG_6783

    Was mich immer wieder umhaut, ist, wie manche Leute zur Coppa kommen. Wir hatten wirklich viele verschneite und wirklich glatte Strecken, besonders durch schattige Wälder an Nordhängen, aber das im Elfer mit Semislicks zu fahren ist schon vogelwuid. „Culius Jäsar ist in Gelbien angekommen.“

    IMG_6767IMG_6766

    Weiter ging es in die Tschechische Republik, tolle teilweise verschneite Straßen durch den Narodna Nationalpark bis zur Mittagspause in Volary. Auch hier ein gutes Gefühl, alle Strecken und Buchstaben gefunden, Schnitte gut, wir mußten ja praktisch eine NULL fahren, um unseren knappen Vorsprung halten zu können.

    Die Karten für den Nachmittag sahen dann auf den ersten Blick recht entspannt aus, 200 Kilometer noch abreißen, nichts Spektakuläres mehr, und dann ist die Rallye zuende.

    JADQ9284

    Aber es ist ja schließlich Coppa, da gab es auch schon mal auf den letzen 5 Kilometern 3 Buchstaben. Zunächst ging es um den Lipner See nach Österreich ins Mühlviertel, das fünfte Land auf der diesjährigen Coppa. Über Aigen wieder zurück nach Vyssi Brod in Tschechien und dann kreuz und quer bis nach Budweis (Ceske Budejowice). Die letzten Buchstaben einsammeln, die letzten Gleichmäßigkeiten fahren, von einem Zielflaggenschild mitten im Wald völlig aus dem Konzept gebracht zu werden – der übliche Coppa Irrsinn.

    Auf dem Parkplatz dann der verdiente Rallyeschluck, ein entspannender und entspannter Black Bush nach knapp 1.400 Kilometern. Mehr als verdient.

    GMDF6247PMZK2365

    Insgesamt Guter Dinge, daß es geklappt haben könnte, kurz aufs Zimmer im dreizehnten (sic!) Stock.

    QLHT1474

    Dann an die Bar, die üblichen Gespräche. „Hast Du das?“ „Klar“ „Das auch?“ „Natürlich.“ „Und das?“ „…“ Herzinfarkt. Wo war da was? Das kann doch nicht sein. Tatsächlich doch wieder auf den alten Trick reingefallen. Es war wieder eine Abweichung der Realität zur Karte, aber im Gegensatz zum „T“ am Donnerstagmorgen hatte ich sie diesmal nicht gesehen. 50 Punkte weg. Und wir hatten 4 Punkte Vorsprung. Mist. Das war’s. Sooo viel Abweichung kann man in den recht einfachen Gleichmäßigkeiten des Samstags gar nicht einfahren. Also wieder nur Zweiter oder Dritter. Na gut, einer war besser, dann hat er auch verdient gewonnen.

    Schnell zwei Bier, mit den anderen ratschen und sich über ein immerhin noch gutes Ergebnis freuen.

    Halb Neun, die Bar leert sich, alle gehen zum Essen, ganz zum Schluß gehen wir auch in den ersten Stock. Da hängen auch schon die vorläufigen Ergebnisse – mal drauf schauen.

    Und dann stehen wir tatsächlich ganz oben, damit hatten weder Olli noch ich gerechnet. Aber Harry und Jaap hatten ebenfalls einen fehlenden Buchstaben (am Vormittag) und die Beiden haben eine der letzten Gleichmäßigkeiten versemmelt, 114 Punkte, damit war ihr vorheriges Streichresultat von 37 Punkten plötzlich voll in der Wertung und wir hatten mit unseren 186 Gesamtpunkten 42 Punkte Vorsprung.

    Coppa gewonnen.

    Olli fährt zum ersten Mal und schafft gleich das, was ich zehnmal nicht geschafft habe. Sauber gemacht – klasse Fahrer, besser hätte es nicht kommen können.

    Nächstes Jahr Projekt Titelverteidigung.

    thumbnail1VGUB4978

    Nachtrag für Rudolf:

    IMG_6861IMG_6860

    Kategorien: Coppa d´Europa | 11 Kommentare »

    11 Kommentare zu “Coppa 18 – aller guten Dinge sind elf”

    1. Karsten schreibt:
      29. 03. 2018 um 7:41

      Herzlichen Glückwunsch Ihr Helden – niemand hat es mehr verdient ! LG Karsten

    2. Oliver schreibt:
      29. 03. 2018 um 9:18

      Vielen Dank Karsten!
      Jens, Du hast einen sensationell guten Job gemacht, mir persönlich hat es riesigen Spass gemacht mit Dir zu fahren!
      Nächstes Jahr gerne wieder 🙂 LG Olli

    3. Ute schreibt:
      29. 03. 2018 um 13:12

      Glückwunsch Jungs – wirklich eine tolle Leistung!
      Wenn möglich winken wir Euch auch 2019 irgendwo an der Strecke zu 🙂

      Frohe Ostern,
      Ute

    4. Peter schreibt:
      29. 03. 2018 um 14:40

      Hallo Jens,
      nochmals Glückwunsch zu Eurem Sieg.

      Aber kampflos geben wir uns 2019 nicht geschlagen.
      Du könntest mir das Bild von uns vier zusenden.

      Grüße Peter

    5. Administrator schreibt:
      29. 03. 2018 um 16:15

      Hallo Peter,

      Danke für die Blumen, wir sehen uns bereits bei der Saar-Lor-Lux wieder.

      Ansonsten einfach das Bild anklicken und dann runterladen.

      jj

    6. Bernd schreibt:
      29. 03. 2018 um 17:00

      Nochmals Gratulation an Euch Beide !

      Well Done & Well deserved !

      Aber, zieht Euch warm an im naechsten Jahr …… ;o)

    7. Stefan R. schreibt:
      30. 03. 2018 um 9:05

      Herzlichen GlückwUnsch eUch beiden nochmals an dieser Stelle!!
      Wir haben eUren Sieg ja bereits aUsgiebig gefeiert.

      FreUe mich schon aUf ein Wiedersehen aUf der SSL.

      GrUß Stefan R.

    8. Rolf Binnemann schreibt:
      10. 04. 2018 um 21:32

      Herzlichen Glückwunsch an Euch Beiden. Das liest sich sehr spannend. Super Bilder, eine tolle Rallye die Coppa d’Europa. LG Rolf

    9. René Smeets schreibt:
      8. 01. 2019 um 17:00

      Ja ja, ich hab alles (nochmals) gelesen, aber dieses Jahr wird es für (CoppaSport und) CoppaSuper viel schwieriger; ich hab ja wegen keine Limburgia auch zeit genug gehabt allerhand aus zu denken und mich einfallen lassen. Nächste Woche wird die Strecke abgefahren und definitiv gemacht. Viel verschiedene und abwechselnde Kartenlesesysteme, einige Tests und 14 GLP’s, wovon einige sehr „tricky“. Bin mal gespannt ob Ihr auch dieses Jahr wieder so stark seit……

    10. Administrator schreibt:
      8. 01. 2019 um 17:24

      Hallo René,

      es freut mich sehr, daß Du wieder richtig was Tolles zusammenstellst und ich bin sehr gespannt. Die Konkurrenz ist dieses Jahr so stark wie lange nicht, wenn ich mir die Meldeliste so anschaue, aber wir werden kämpfen!

      Und mit den anderen Teams einen Wettkampf zu haben macht extrem viel Spaß. Mal schauen, wer am Ende vorne ist.

      „Die Coppa gewinnt man nicht am ersten Tag, aber man kann sie am ersten Tag verlieren.“

    11. René Smeets schreibt:
      8. 01. 2019 um 19:07

      Ich denke dieses Jahr wird die erst am letzten Tag gewonnen…… und so muss es auch sein.

    Kommentare