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    Monte Carlo Historique 2018 – vierter Tag – Schnee

    Von Administrator | 13. 02. 2018

    Für viele ging die Rallye jetzt erst richtig los – rein ins Vercors zum Echarasson.

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    Für andere war bereits vorher Schluß: die Führenden, die Alpine A310, Startnummer 77, stand einsam und verlassen auf dem Champ de Mars in Valence und hätte eigentlich schon vor zweieinhalb Stunden unterwegs sein sollen. Getriebeschaden – aus die Maus.

    Wir hatten wieder eine späte Abfahrt um 10:49, sofort schnelles Reifenwechseln auf Spikes nach dem Verlassen des Parc Fermé, dann eine knappe Stunde Anfahrt zur WP7. Aber was für eine Anfahrt. Von Peyrus ging es den Col de Limouches hoch und dann ein märchenhaftes Tal über La Vacherie und Léoncel nach Oriol en Royans. Nebelig, kalt, verwunschen, eng. Vor uns passierte plötzlich eine Schafherde die Straße, ein älteres Schaf stand wie ein Schülerlotse mitten auf der Straße, bis alle durch waren. Dann trottete es auch hinterher – und 10 Sekunden später kam als letztes – – – ein schwarzes Schaf. Das muß wohl wirklich so sein.

    Stephan und Uwe haben sogar einen veritablen Hirsch gefilmt, der im Nebel vor Ihnen auf der engen Straße entlanglief. Eine traumhafte Gegend.

    Dann wurde es aber wieder Ernst, es kam die erste Auffahrt zum Col de l’Echarasson, voller Schnee und Publikum, hier kann man die Monte zwar noch nicht gewinnen, aber auf jeden Fall verlieren. Wir haben bei der Besichtigung im Januar sehr viel Wert auf eine genaue Erkundung gerade dieser beiden WPs gelegt (WP7 bergauf und am Abend WP10 bergab zurück). Der Aufschrieb beinhaltete jede einzelne Kurve.

    Echarasson 2018 klein

    Es war sehr schwierig erstmal in den Schnitt zu kommen, zwischendurch eine echte Waschbrettpiste, teilweise ausgefahrene Spuren (es waren ja schon über 200 Autos vor uns da durch), das Publikum schaufelte natürlich ordentlich Schnee rein wo er schon wieder abgefahren war und etliche Teilnehmer beendeten hier aufgrund größerer Kaltverformungsaktivitäten die Rallye. An jeder Ecke war irgendwo einer abgeflogen, teilweise weitergefahren, teilweise aber nicht.

    Ergebnis: 560 Punkte und nur der 85. Platz bei dieser Prüfung, das warf uns auf Platz 43 der Gesamtwertung zurück. So hatten wir das nicht geplant, aber es war alles noch im Rahmen, manche kassierten hier schon mehrere Tausend Punkte, z.B. Jason Wright im blauen Stratos, Rudi und Axel im Alfa aus unserem Team, ebenso wie Uwe und Stephan, weil irgendjemand vot Ihnen quer stand und die Strecke blockierte. Das holt man halt nicht mehr auf.

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    Die beiden folgenden WPs 8 (19,26 km über den Col de Menée, 40 Punkte und 2. Platz sowie vorwärts auf 34 Gesamt) und 9 (17,40 km von La Motte de Chalancon nach Saint-Nazaire-le-desert (nomen est omen), 60 Punkte, 21. Platz und dann 32. Gesamt) liefen dann richtig gut. Eine Bestätigung, daß unser System insgesamt perfekt abgestimmt ist und die Punkte letztlich aus eigenen fehlern resultieren.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte Gianmaria Aghem in einer Fulvia 1200 aus der langamen Gruppe die Führung übernommen und Michael und Frank im Falcon waren mit 80 Punkten Rückstand als Zweiter schon sehr knapp dran.

    Es wurde dunkel und zum Abschluß des Tages stand die WP10 über den Echarasson in der Gegenrichtung an.

    Die Startreihenfolge wurde am Morgen geändert. Statt in der Reihenfolge der Startnummern ging es nun nach der Platzierung im Gesamtergebnis in den einzelnen Gruppen (Schnell, Mittel und Langsam) weiter. Das bedeutet, daß der Erste der mittleren Geschwindigkeit nach dem Letzten der schnellen Geschwindigkeit startet. Meistens hat es auch einen Grund, warum der Letzte der Letzte ist und selbst mit einer um 2 km/h reduzierten Geschwindigkeit läuft man irgendwann zu denen auf. Und wehe, die Strecke gibt kein Überholen her … dann sind die Punkte im Sack, so sicher wie Felix Loch Olympiasieger wird.

    Zwischen WP9 und 10 lagen knapp 85 km Verbindungsetappe und wir haben überholt, was nur irgendwie möglich war. Vor allem die Göttin ohne Licht (DS19) haben wir noch kurz vor dem Start der WP10 recht mutig eingesammelt. Was für ein Glück …

    Die 10 war das klassische Beispiel für den Unterschied zwischen früher und später. Unter den ersten 80 dieser WP waren nur 9 nicht aus der schnellsten Gruppe, d.h. die Bedingungen haben sich mit Einbruch der Dunkelheit und dem Frost deutlich verschlechtert. Mit 510 Punkten waren wir am Ende 66. der Prüfung, aber 5. des mittleren Schnitts, also gar nicht mal so schlecht. Mehr gab die Strecke für uns nicht her. Am nächsten Tag hat sich das allerdings relativiert, als bei einer anderen WP die Strecke im Laufe des Tages deutlich besser wurde und die ersten 10 aus dem mittelren Schnitt kamen (wir dann übrigens auch).

    Die passende Musik dazu:

    Anyway, am Ende des Tages waren wir auf Platz 31, der Falcon auf 2, Kurt und Katja im 300 SE schon auf 13, die Richters auf 24, Gerd und Ernst haben durch einen Blockierer massiv Punkte kassiert und sind auf 45 zurückgefallen. Auch Jüntgen/Müller auf 48 und die Mädels auf 50 haben richtig teuer bezahlt.

    Der Klopfer aber war der von uns kurz vor dem Start überholte DS. Der hat sich gleich in der ersten richtigen Kurve im Schnee gedreht und die Strecke fast eine Viertelstunde komplett blockiert. Dadurch waren die nächsten 15 Autos hinter ihm mit 10.000 und mehr Strafpunkten bedient und weg vom Fenster.

    Proteste beim Veranstalter führten zur Entscheidung „racing incident“ und damit waren die Punkte gebucht.

    Es zählt also nicht nur Glück sondern auch entschiedenes Handeln, wenn es darum geht, die unsicheren Kantonisten vor der WP zu packen statt noch eben schnell eine Zigarette zu rauchen, gell Kurt?

    Insgesamt war die 10 ein wirklich wilder Ritt, genau das, was die Monte ausmacht, ein echter Klassiker aus der Vergangenheit. Am Col hatten wir etwa 150 Meter Rückstand und Karsten hat das auf dem Bergabstück alles wieder aufgeholt. Das war das erste Mal auf dieser Rallye, daß ich mehr auf die Straße als auf meinen Schrieb geschaut habe. Und er sagte: „Das waren jetzt 100%, mehr geht nicht.“ Klasse Leistung!!!

    Knappe ZK in Saint-Nazaire-en-Royans, die Zeit reichte nicht mehr zum Reifenwechsel, dann noch 44 km bis Valence, und um 20:59 liefen wir zum letzten mal in den Parc Fermé auf dem Camps du Mars ein.

    Ab ins Hotel, Abendessen (sehr gut!) und ein kleines Glas Wein und ab in die Falle (natürlich nicht …)

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