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Süd Wescht …
Von Administrator | 13. 07. 2009
… so heißt die Süd-West Classic 2009 im lokalen Idiom, bereits zum 11. Mal in Balingen von Silvia und Pit Lindner (links in Gelb) organisiert. Insgesamt 50 Teams hatten gemeldet, viele Lokalgrößen darunter. Zum allerersten Mal war mein Bruder bei einer Rallye dabei, da die beste Gattin von allen an der Cote d’Azur weilte ich ich ansonsten beifahrerlos gewesen wäre. Das mag bei anderen Veranstaltung ja noch teilweise gehen, nicht aber bei der Süd Wescht. Peter wurde gleich richtig angefixt, dazu später mehr.
Sehr nette Autochen waren auch da, ein BMW 1600 GT, ein Stratos, der geniale Abarth von Horst Koch (gerade zu verkaufen für schlappe 200 K€), der Mercedes 300 SE hatte mächtig Dampf unter der Haube und ging ab wie ein Zäpfchen, eine A110 Alpine in klassischen Farben und ein wunderschöner, einfacher 911er. Herz, was willst Du mehr. Ich würde sie alle wollen.
Weiterhin im Ange- bot: eine herrliche Aurelia B 20 GT, ein Austin Healey Sprite Lenham GT LeMans (mehr über dieses Auto hier) und Heiners Karmann Ghia mit 2,4 Ltr. Porsche Motor – auch keine lahme Ente …
Jetzt aber zur Rallye: bei Pit gibt es Bennimäßigkeiten in jeglicher Variante (mit Chinesen oder mit Karte oder mit Ori 3 Minuten vor dem Start der Prüfung, das Ganze durch Feld, Wald und durch kleine Dörfer, …), d.h. die Elektriker haben eigentlich in den Schnitten keinen rechten Vorteil, es sei denn, sie schaffen es, Ihre Geräte in Windeseile mit 80-100 Daten zu füttern. Sanduhr rules, es müssen praktisch ALLE mit Tabellen, Trip und Uhr fahren.
Und dann steht auf der zweiten Seite der 3 Minuten zuvor reingereichten Karte ganz unten noch ein Hinweis, den bis auf 2 Teams keiner gesehen hat und schon hatten fast alle auf der ersten Prüfung richtig Punkte gesammelt. Wer mag denn bitte schön Punkt H wirklich gerne aus Süd-Süd-Wescht anfahren? Ging jedenfalls auch anders, war aber nicht richtig. Tat aber der Stimmung am ersten Abend beim Bier auf dem Marktplatz keinen Abbruch.
Wir lagen überraschender Weise nach dem ersten Tag auf dem zweiten Platz, für einen ersten Start bei einer Rallye gar nicht mal so schlecht. Zuversichtlich ging es in den nächsten Tag und da habe ich mich in der Gleichmäßigkeit gleich mal verfahren, dabei ein bekanntes und ein unbekanntes Ziel verpaßt. Wie schmeiße ich eine Rallye weg – ein Schnellkurs für Anfänger. Sorry, Peter, war einfach blöd und paßt irgendwie in die ganze Saison. Nächstes Jahr greifen wir wieder an.
Das Dumme bei der Süd Wescht ischt, daß man nach EINEM Fehler weg vom Fenschter ischt. Es gibt zwar auch für alle Anderen genug Möglichkeiten, Fehler zu machen, aber wenn die das dann dummerweise nicht tun, schaut man am Ende blöd aus der Wäsche. Aber ich war trotzdem in guter Gesellschaft, etwa die Hälfte der Teilnehmer hat diese eine Prüfung an genau der selben Stelle versemmelt, sogar ein echter Profi war auch dabei.
Der Rest ist schnell erzählt: es lief soweit ganz gut, am Ende kam der 7. Platz heraus, sammas zufrieden. Das Bier auf dem Marktplatz schmeckte trotzdem, die Prominenz hatte Spaß und dann stand da noch dieses herrliche und absolut toll restaurierte Bonanzarad aus den 70ern. Die Dame, die mit diesem Radl unterwegs war paßte auch perfekt zu diesem wunderschönen Stück.
Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist bei der Süd Wescht immer die Siegerehrung. Die findet standesgemäß mit tollem Essen im Grafensaal der Burg Hohenzollern statt. Der Shuttlebus da hinauf ist ein Erlebnis, so schnell fegt vermutlich keiner der Rallyefahrer durch die verschiedenen engen Höfe, Tore und Zugbrücken. Standing Ovations für den Kutscher. (”Standing Ovations” übersetzt man übrigens auf keinen Fall als “Stehende Ovationen”, das regt mich immer wieder auf, wenn ich es höre. Ovationen können nicht stehen – die fallen um, man kann sie höchstens “im Stehen” geben. Belehrung Ende.)
Wichtiger als Kaiser preisen sind immer die Ergebnisse, da hilft das schönste Ambiente nichts – und Wilhelm Zwo schaut etwas fassungslos in die Runde. Am Ende lagen 2 Teams punktgleich an der Spitze, aber Klaus Günther und Johannes Burgbacher haben mit dem 300 SEL 3,5 das um 4 Jahre ältere Auto als Oliver Nusser und Stefan Redel (die zum ersten Mal als Team unterwegs waren) mit dem 911er von 1974. Damit haben die beiden zum dritten Mal die Süd Wescht gewonnen, Glückwunsch an alle 4. Den “Kopflosen” für den Marktplatzsprint gewannen Enrico und Konrad mit Ihrem BMW 1602 Cabrio.
Zum guten Schluß: Mein Bruder hat Blut geleckt und ich vermute, daß wir ihn noch öfter sehen werden.
Leute, zieht Euch warm an.
Peter: Der erste Schuß ist umsonst, ab dann wird es teuer.
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