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Rallye Fougères
Von Administrator | 19. 06. 2009
Ein Gastbeitrag von Mathias (der schon ungeduldig auf die Veröffentlichung wartet)
Ein Reisebericht über 3500 Kilometer in 5 Tagen in einem 44-jährigen Jensen
Anfang 2009 fragte Jörg Hüsken, ein Markenfreund mit einem wunderbaren Jensen C-V8 Mk III Baujahr 1965, ob wir nicht gemeinsam die Rallye Fougères in der Bretagne fahren wollten. Bis dahin ohne jede Vorstellung über den Ablauf einer französischen Rallye sagte ich spontan zu.
Monate vergingen und eines Tages war das Teilnehmerfeld im Netz, wow!: Es waren 175 Autos gemeldet, auf einem Niveau, dass selbst das Starterfeld der Mille Miglia zu einem
Luxusschrottplatz werden lässt! Es wimmelte nur so von seltenen Fahrzeugen: Delage, Delahaye, Lagonda (die diesjährige Rallye stand im Zeichen der Rapier), Salmson, etc.. Mehr als ein Drittel waren
Vorkrieg!
In grosser Erwartung machten wir uns auf den Weg, die 450 km von Riesa (Jörg´s Heimat) nach Frankfurt am Main (meine) verliefen völlig problemlos, die weiteren 1000 km nach Dinan ebenso, wir waren Tankwarts beste Freunde……
Wir kamen an und wurden unruhig, weil weder auf dem Weg noch am Zielort irgend ein Oldtimer zu sehen war; kurz gecheckt, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und Ruhe kehrte ein, wird schon werden.
Und es wurde: am nächsten Morgen liefen alle Autos am vereinbarten Platz ein. Je zur Hälfte kamen Franzosen und Engländer angerollt, ergänzt um 5 australische (!) Rapier-Teams, eine tschechische Abordnung und ein deutsches Team: Wir!
Alle Fans und Verehrer herausfordernder deutscher Gleichmäßigkeitsrallyes können jetzt aufhören zu lesen, Frankreich ist anders!
Drei Tagesetappen waren zu bewältigen: 98 km, 70 km und 45 km!;–)) Damit trotz der ganzen Quatscherei, Trinkerei und Esserei das Tagesziel erreicht werden konnte, setzte sich jeder in Bewegung, und zwar wann er wollte und unter völliger Missachtung seiner Startnummer….
Auf irgendwelche Wertungsprüfungen wurde verzichtet, das Roadbook glich mehr einer Wegbeschreibung zu einem guten Glas Wein bei Freunden, keiner konnte verloren gehen! Mittendrin immer genug Zeit, kulturellen und kulinarischen Verlockungen zu folgen. Abends gab es standesgemäße Gala-Diners, darauf verstehen sich die Franzosen ja bestens, ach ja: Wein gab es auch……….
Sonntag dann der Höhepunkt: die Fahrzeugpräsentation vor großem Publikum in Treguier, wo extra eine große Zuschauertribüne aufgebaut war. Preise gab es auch: leider nicht für die weiteste Anreise auf eigener Achse: wir hätten gewonnen. Leider auch nicht für das lauteste Auto im Feld: wir wären Zweiter geworden (nach einem Delahaye, der hat gemeinerweise völlig auf Schalldämpfer verzichtet!). Stimmberechtigt war auch nur das Publikum und so ergaben sich recht eigenwillige Ergebnisse… na ja!
Am letzten Tag ging es dann auf den 1100 km langen Rückweg, erneut problemlos, und wir waren Zeitzeugen der besten Veranstaltung, die ich bislang besucht habe: traumhafte Landschaften, nette (mitunter auch originelle und skurile) Menschen mit tollen Autos, die sie auch sachgerecht bewegen, tolle Verpflegung und entspanntes Cruisen: so macht´s Spaß und wir kommen wieder – garantiert!!
@Jörg: Du hast ein tolles Auto, ich musste lernen, dass meine bescheidenen 330 PS sehr relativ sind!
Mathias
Kategorien: Fougères, Frankreich, Gastbeitrag, Jensen | 2 Kommentare »






19. 06. 2009 um 23:39
Lieferdruck erzeugt Ungeduld…;–))
20. 06. 2009 um 16:56
Lieber Mathias
330 PS reichen doch im normalen Leben völlig. Bei Bedarf kannst du gern die Liste der Motor zu tauschenden Komponenten bekommen, dann sind es an den Rädern deutlich mehr als 400, was ja schon mal hilft auf der Landstraße
Ansonsten: Der Termin für 2010 ist schon bekannt gegeben worden, es warten noch ein paar Dutzend Austern auf uns..